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XIMAG - Künstler-Interview: Anjin Anhut

Wann hast du mit deinem künstlerischen Schaffen angefangen?

Ziemlich früh, direkt als meiner Finger lang genug waren um einen Stift zu halten. Meine Eltern sind beide Künstler - Musiker und das alles. Ich bin also da hineingeboren worden.

Was tust du, wenn du nicht comics zeichnest – oder malst?

Zeit mit meiner Freundin und den beiden Hunden verbringen. Ansonsten konsumieren: Comics, Games, Kino, Actionfiguren.

Woher nimmst du deine Ideen?

Ich lasse mich sehr viel von anderen Designern und Künstlern inspirieren. Von allem was ich so lese und anschaue bleibt irgendwo etwas hängen. Direkte Inspiration für Pulpherocity ziehe ich mir aus sehr alten Comics und Schundromanen und Filmen der Noir-Ära.

Was inspiriert dich?

Ist das nicht dieselbe Frage wie davor?

Hast du bestimmte, künstlerische Vorbilder?

Ashley Wood, Mike Mignola, Frank Miller, Eduardo Risso, Leinil Yu, David Fincher, Tim Burton, Stephen Sommers, Warner Animation, Alan Moore, Gustav Klimt

Was zeichnet für dich einen besonders guten Comic aus? (Kannst du uns was empfehlen?)

Das wichtigste bei einem guten Comic ist eine gute Erzählung. Wenn das Zusammenspiel von Zeichnungen, Text und Handlung einen dazu zwingt, das Comic zu ende zu lesen, dann hat das Kreativteam es geschafft.

Watchmen (Alan Moore/Dave Gibbons)

Meilenstein des modernen Superheldencomics und offiziell die erste große menschliche Geschichte im ansonsten bis dato oberflächlichen Superheldengenre.

Hellboy (Mike Mignola)

Jedes Panel ein Meisterstück von Komposition und Erzählkunst. Geniale Schwarzflächen, Detailminimalismus und unglaubliches treffsicheres Flatcoloring. Spaß beim Lesen hat man auch noch.

Akira (Katsuhiro Otomo)

Ein geschlossener Epos, von gesamt 2400 Seiten, der so dicht und lückenlos erzählt, dass man so intensiv mit den Figuren fühlt, wie in keinem anderen Werk.

Welche Schattenseiten siehst du an deiner Arbeit?

Ich bin sehr glücklich mit meiner Arbeit. Es gibt noch Tonnen von Dingen die ich nicht kann, aber das ärgert mich nicht. Man kann nicht alles auf einmal können und ich lerne Tag für Tag dazu. Mit dem was ich heute kann, lässt sich schon einiges auf die Beine stellen, daher bin ich da recht entspannt.

Was würdest du als den bisherigen Höhepunkt deiner künstlerischen Karriere betrachten und welches war der bisherige Tiefpunkt für dich?

Oh, Tiefpunkte gibt es genug, wenn man anfängt aus seiner Zeichnerei seinen Beruf zu machen. Es versuchen dich Leute über'n Tisch zu ziehen oder so zu tun, als wäre deine Arbeit nichts wert. Am Anfang hab ich das noch mit mir machen lassen, bis ich dann gemerkt hab, dass ich nicht darauf warten brauch, dass der Respekt von selbst kommt.

Du kannst noch so gut sein, wenn du nicht selber dastehst und sagst "Ich bin gut!", dann glaubt das auch keiner.

Mein bisheriger Höhepunkt ist eine Veröffentlichung bei Image Comics (Popgun Vol.1A) und mein Gig bei Upperdeck Entertainment, wo ich offizielle Sammelkarten für Marvel Comics illustrieren durfte.

Wie siehst du die deutsche Comic-Landschaft?

Die deutsche Comiclandschaft kriecht weit unter ihrem Potenzial dahin. Es gibt viele Leute die echt was auf dem Kasten haben, aber sowohl die Verlage, die Käuferschaft, die Medien, das deutsche Kulturverständnis und einige dieser Künstler selbst machen da nix draus. Das Problem ist halt, dass es nicht reicht, wenn einer aus der Liste den Mumm hat dagegen anzugehen. Es müssen alle realisieren, dass hier mit einer ganz anderen Einstellung losgezogen werden muss. Da könnte ich stundenlang schimpfen, hab ich sogar schon mal gemacht…

Wenn du drei Wünsche frei hättest - und keiner dürfte darin bestehen, beliebig viele, weitere Wünsche frei zu haben, wie würden sie lauten?

  1. Ich möchte die Zeit anhalten können. Ich komm mit meinen Ideen nämlich viel zu langsam voran.
  2. Ich möchte, dass eine Actionfiguren-Reihe, basierend auf meinen Charakteren auf den Markt kommt.
  3. Waschbrettbauch.

Wie würdest du dein Projekt im Ximag beschreiben?

Maskierte und untote Helden retten die Stadt vor einem Tentakelmonster. Muss man noch was wissen?

Bereust du schon dabei zu sein?

Wieso, wird's noch schlimmer?

Was wäre ein gutes Schlusswort für dieses kleine, Frage-Antwort-Spiel?

"Super Anjin, deine Antworten waren alle richtig und du hast den Ferrari gewonnen."

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