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XIMAG - Reporter

Hier kannst Du die neusten Berichte vom XIMAG-Report lesen, wo wir verschiedene Veranstaltungen und vieles mehr für Euch unter die Lupe nehmen und unsere neusten Hausmitteilungen (wer wir sind, was wir wollen, warum wir tun, was wir tun) veröffentlichen.

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Leipziger Buch-Messe – fantastischer Fasching

Okay, zugegeben, das war meine erste Buchmesse und vielleicht waren meine Erwartungen an den ausgewiesenen Comic-Bereich dort auch von vornherein etwas zu hoch gesteckt.

Foto von der Leipziger Buchmesse 2008

Vor Ort teilten sich Comics eine Halle mit Schulbüchern und Pädagogik und zum Ziel zu gelangen stellte sich als überaus simpel dar, brauchte man doch lediglich den Heerscharen bunt und höchst unterschiedlich geschmackvoll gekleideter Kinder und junger Menschen zu folgen, die in Ihrer Eigenschaft als Cosplayer zielsicher den Weg bis zu den Comics wiesen, wo sie sich dann zwischen den zahlreichen Manga-Ständen verteilten.

Die Cosplayer waren wohl auch im Nachhinein der stärkste Eindruck, den ich von Leipzig mitnehmen konnte, denn ihrer gab es mal wirklich verflucht viele und sie dominierten das Bild stärker als es die Comics in ihrem eigenen Segment schafften.

Das und die Tatsache, dass der kostümierte Haufen einen Heiden Lärm veranstaltete, machten die Erfahrung für mich unter dem Strich auch eher zu einem enttäuschenden Erlebnis.

Foto von Danny Gehrke, Ximag

Die Stimmung animierte nicht gerade zum Stöbern und man gewann den Eindruck, dass sich kaum noch Verlage ohne breites Manga-Programm dort fanden.

Tatsächlich war es einfacher Armreifen, Action-Figuren oder Schmink-Sets für die Fans japanischer Pop-Kultur zu erstehen als ein beliebiges Comicheft.

Immerhin gab es viele Möglichkeiten den Anime-Künstlerinnen und Künstlern bei der Arbeit zuzusehen, was in einigen Fällen auch durchaus interessant und spannend war.

In einer anderen Halle fand man dann immerhin noch die kleineren Comic-Labels, die sich neben zahlreichen Independent Buchverlagen in einer deutlich ruhigeren Umgebung niedergelassen hatten, jedoch war auch hier das Gesamtangebot, insbesondere hinsichtlich fantastischer Literatur, eher überschaubar.

Foto von Künstlerin Julia Bahnemann

Ein Ausflug zu den aktuellen Fantasy- und SF-Programmen der Major-Buchverlage, die fast alle unter „Random House“ zusammengefasst sind, brachte keine Erkenntnisse, die man nicht auch aus den aktuellen Katalogen gewinnen konnte. Vampir-Geschichten in allen Formen und Farben sind weiterhin groß im Kommen und die Neo-Post-Tolkien-Welle, die Peter Jackson mit seiner Film-Trilogie losgetreten hat, ist, zumindest bezogen auf den hiesigen Literaturbetrieb, auch noch lange nicht verebbt.

In der Comic-Kinderfaschingshalle wurde der Tag mit einem Live-Auftritt von Subway to Sally beendet und mir verriet man kurz vor Schluss der Veranstaltung noch, wie ich sie im nächsten Jahr mit geringerem Aspirinverbrauch angehen kann: Vielleicht nicht am Samstag hingehen, wo der traditionelle Cosplay-Wettbewerb nebst Live-Performances ansteht.

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