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Ximag Was soll das eigentlich...

Wider der ewigen Schwarzseherei

… klar muss man das fragen dürfen und hat es ja vielerorts auch schon getan. Immerhin gibt es doch bereits einen Haufen Publikationen zu Themen, die mit dem fantastischen Genre zu tun haben, eine Zeitschrift für Online-Rollenspiele, eine für Multimedia mit fantastischen Schwerpunkten, diverse für LARP und Filme, und ein Kult-Phänomen wie Star Wars bringt es sogar auf ein eigenes Kiosk-Magazin.

Der Comic-Markt - sofern es den in Deutschland betrifft - kränkelt ja angeblich eh nur so vor sich hin, wird längst von der Manga-Welle überrollt, ohne selbst viel davon zu haben und bedarf eigentlich keines speziellen Printmediums mehr, scheinen viele zu denken.

Nun, wir sehen das anders.

Generationenwechsel

Das liegt vor allen Dingen daran, dass es wirklich seit fast zehn Jahren kein Comic-Magazin für das Fantastische mehr gibt. Aber selbst das hätte, für sich allein genommen, wohl nicht gereicht, um uns zu diesem Schritt zu bewegen. Vielmehr wollten und konnten wir diese unerklärliche Neigung hierzulande, den eigenen Comic-Markt konstant schlechtzureden und einen extremen Pessimismus zu verbreiten, einfach nicht mehr hinnehmen.

Wenn man sich manches anguckt, das heute noch immer in namhaften Foren des Genres oder im Rahmen bestimmter Publikationen verbreitet wird, könnte man denken, dass irgendwann um 1970 die Zeit stehengeblieben ist. Demnach sind Comics minderwertige Schmuddelheftchen, vor denen schon unsere Eltern uns gewarnt haben. Sie bieten keinerlei literarischen Wert und tragen womöglich gar noch zur Verdummung oder Verrohung der Gesellschaft bei. Abgesehen davon sind sie natürlich in erster Linie für Kinder gemacht.

Schon lange im Mainstream angekommen

Mal im Ernst, wer braucht noch soviel überholten Pessimismus in einem Kunstzweig, dem es heute bedeutend besser gehen würde, wenn er nicht von seinen eigenen Vertretern immer wieder schlechtgeredet worden wäre?

Die Generation Comic-Begeisterter der ersten Stunde, die sich mit solchen Vorurteilen noch wirklich rumplagen musste, ist doch schon lange nicht mehr repräsentativ für den Ist-Zustand des Marktes. Nicht nur wurden bereits die deutschen US-Veröffentlichungen Post-Williams und –Ehapa ziemlich übergangen, auch hat hier nie wirklich der Anschluss an den Manga-Markt stattgefunden, dessen Geburtsstunde in Insider-Kreisen übrigens deutlich vor Dragon-Ballz und Sailor Moon lag, nämlich in den späten Achtzigern, als die ersten US-Reprints von grandiosen Reihen wie Akira, Crying Freeman oder Mai über den großen Teich kamen.

Nun soll hier auch die heimelige Nostalgie einer Comic-Generation, die unbestreitbar Großes für den deutschen Markt geleistet hat, nicht schlecht geredet werden (auch wenn einem bei soviel sentimentalem Hans-Rudi-Wäscherismus – und auch nix gegen den - schon manchmal flau werden kann), denn das eigentliche Problem liegt unbestreitbar darin, wie wenig sich die hiesige Comic-Szene zutraut und mit welch schwächlichem Selbstbewusstsein sie auftritt.

Dabei sind die Indikatoren eindeutig: Comics haben den Sprung zur allgemein akzeptierten Kunstform schon lange geschafft, und wo es inzwischen darum gehen müsste, ein breites Angebot aufzufahren und möglichst viele an brillanten Veröffentlichungen teilhaben zu lassen, wird stattdessen weiterhin am Image des missverstandenen Underdog gefeilt.

Nachdem allerdings in den letzten Jahren von 100 Kino-Blockbustern aus dem Genre mehr als die Hälfte auf den Comic-Markt zurückgingen, große Comic-Klassiker in Sondereditionen namhafter überregionaler Tageszeitungen abgefeiert wurden und sich auch die seriösesten Medien des Themas immer wieder annahmen, war es irgendwann nicht mehr nur verwunderlich, warum man dem Schattendasein nicht entfliehen wollte, es wurde zu einem echten Ärgernis.

XIMAG – Zeit für was Neues

So unverständlich wie die vehement betriebene Schwarzseherei in vielen Zweigen des Comic-Marktes scheint auch die etwas unnatürlich aufrechterhaltene Trennung zwischen den einzelnen Bereichen des fantastischen Genres.

Längst schon sind die Überschneidungen zwischen Comic-Markt, Rollenspiel-Fraktion, Online-Gamern und Manga-Freaks viel fließender, als es wohl allenthalben scheint. Gute Indikatoren dafür sind die breit gestreuten Angebote, die man auf den meisten wichtigen Cons und Messen findet.

Dieser insgesamt fortschrittlichen, jungen und aufgeschlossenen Klientel (der wir uns selbst zurechnen) ein befriedigendes Medium an die Hand zu geben, das sich Stück für Stück aufbaut, entfaltet und dabei auch immer wieder von dem Ideenreichtum und den Eingaben seiner eigenen Leserschaft profitiert, sind wir jetzt also aufgebrochen.

Fantastische Comics sollten, eingebettet in ihr nächstes Umfeld, nämlich das fantastische Genre selbst, endlich dorthin finden, wo sie eigentlich schon seit zwanzig Jahren hingehören – wild, laut, bunt und mitten in einem neuen, unkonventionellen Mainstream, der sich von ganz alleine seinen Weg bahnen wird.

Und darum gibt es jetzt XIMAG.

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